Den Eifelsteig wandern: Vegan, mit Hund, Etappe 3

Den Eifelsteig wandern: Vegan, mit Hund
Etappe 3: Monschau nach Einruhr: 24,3 km, Schwierigkeitsgrad: schwer
Unterkunft: Pension Hüpgen in Einruhr

Emma und ich haben super gut geschlafen. Ich war schon lange nicht mehr so k.o. Und jetzt darf ich mich auf ein “richtig” veganes Frühstück freuen, denn die Pension “Zum müden Wandersmann” weiß richtig Bescheid. Es gibt ein kleines Glas mit einem Smoothie, frisches Obst, Soja-Joghurt, frisch zubereitetes Avocadomuss und Hummus (Kichererbsenpaste), veganen “Käse” und verschiedene Aufstriche (die ich aber bei dieser Auswahl nicht geöffnet habe), dazu noch selbst gemachte Marmelade ohne Gelatine, verschiedene Brötchen, Brote, und ich hätte auch noch Müsli mit Pflanzenmilch essen können.
Und wieder hatte ich ein super nettes Gespräch mit einem reisenden Musiker, der vorher viel in China und Russland gearbeitet hat. Wir haben über die Globalisierung gesprochen und ich war wieder fasziniert, wie interessant meine Mitmenschen sein können, wenn man sich Zeit lässt ihnen zuzuhören.
Ich bereite meinen Mitmenschen ungern Unannehmlichkeiten, aber ich musste die Pensionsinhaberin fragen, ob sie mir einen Riesengefallen tun würde und meine überflüssig- gewordenen Gepäckstücke für mich zurück nach Hause schicken würde. Es war Samstag und in Monschau-Höfen gibt es keine Post. Zu meiner grossen Erleichterung sagte sie “Ja”. Meine Freude konnte ich nur in einer grossen Umarmung ausdrücken!
Frohen Mutes und super gestärkt hab ich mich dann auf den Weg nach Einruhr gemacht. Die heutige Etappe ist ja eigentlich schon kürzer, dadurch das ich in Höfen anfange. Die Route verläuft entlang des Ruhrtals mit einigen Auf-und Abstiegen bis sie dann direkt am Rurstausee endet. Das Wetter ist wieder phantastisch schön.
Da heute Samstag ist, begegne ich auch vielen Wanderern, die nur einen Tagesabschnitt des Eifelsteiges gehen. Man kommt ins Gespräch oder geht ein Stück zusammen. Es sind auch viele Mountainbiker unterwegs. Und da bin ich etwas zwiegespalten. Ich selbst fahre gerne Fahrrad, bin aber eher ein Strassenfahrer. Ich finde es generell gut, wenn die Leute in der Natur sind, und jetzt kommt ein “aber”…. Die Mountainbiker sind schon sehr rücksichtslos gewesen auf ihren Abfahrten. Als Wanderer mit Hund (auch wenn Emma angeleint wäre) kann man einfach nicht so schnell zur Seite springen, wenn auf einmal 15-20 Mountainbikes ‘ne Piste mit vollem Karacho runterdüsen. Einmal musste ich mich sogar auf Emma draufwerfen, weil alles so schnell ging. Sie hat soviel Angst gehabt. Aber es sind nicht nur Wanderer mit Hund, die nicht schnell genug zur Seite springen können, sondern generell alle Fußgänger. Bis die Mountainbiker bessere Gepflogenheiten an den Tag legen, sollten sie ihre eigenen Wege haben.
Der erste Wandertag, der als Schwierigkeitsgrad schwierig hat, und trotzdem, der erste, der mir leichter von der Hand, ehem  Fuß geht. Ich komme so um die 1800 Uhr im kleinen Städtchen Einruhr an. Ein sehr hübsches, direkt am Stausee mit viel Gastronomie. Heute abend werde ich wohl mal ein warmes Abendessen zu mir nehmen können.
Jetzt such ich erst mal die Pension Hüpken. Gefunden! Und willkommen in den frühen 60-zigern! Authentisch, und bis ins letzte Detail. Nicht mit Absicht. Frau Hüpken ist mindestens 80 Jahre alt. Und in ihrem Haus hat sich seit knapp 60 Jahren nichts verändert. Egal, ich hab ein nettes, kleines Zimmer. Emma bekam extra eine Decke zum Draufliegen. Ich kann mich im Badezimmer auf dem Flur duschen gehen und dann flaniere ich durch’s Städtchen.
Emma nehm ich mit zum Abendessen. Die Speisekarten sind vor den Restaurants ausgestellt. Natürlich gibt es hier kein Veggie Restaurant, doch ich finde eine nette Pizzeria. Ich bestelle einen Riesensalat und eine Veggiepizza ohne Käse, dazu noch ein alkoholfreies Weizen. Die Bedienung meinte, dass wäre ganz schön viel, doch ich beteuere ihr, dass ich das schon schaffe.
Zum Glück setzen sich neben uns zwei nette Wanderinnen, die sich an Emmas Anwesenheit nicht stören. Wir haben wieder eine super Unterhaltung und ich werde sie morgen auch noch ein Stück begleiten. Wir haben das gleiche Ziel: Gemünd.
Vollkommen zufrieden kehre ich in die “Sechziger” zurück und bleibe auch nicht mehr lange wach. Es war ein schöner Tag.

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