Den Eifelsteig wandern: Vegan, mit Hund, Etappe 2

Etappe 1: Kornelimünster bis Roetgen; 14 km, Schwierigkeitsgrad: leicht

Kornelimünster ist ein beschauliches Städtchen ungefähr 20 km südöstlich von Aachen. Es regnet heute. Nicht heftig, aber ich muss alle langen Sachen anziehen, die ich dabei habe, insklusive Regenponcho, den ich irgendwie versuche über meinen Rucksack zu ziehen, obwohl ich eine spezielle Hülle dafür habe. In meinem Enthusiasmus endlich loszugehen, habe ich aber keine Lust, jetzt auch noch die spezielle Regenhülle über den Rucksack zu ziehen. Emma hat auch ihr kleines Rucksäckchen an und ist startklar. Meine Schwester hat uns im Stadtzentrum abgesetzt, bei der Kirche und es gibt Eifelsteigwegweiser, die uns in die richtige Richtung weisen. Ich brauch also mein Buch und Karte nicht rauszunehmen und kann draufloswandern. Ich freu mich so endlich loslegen zu können. Emma ist an der Leine bis wir auf die kleinen Pfade ausserhalb von Kornelimünster kommen und das geschieht schon nach einigen Minuten. Alles ist supergut ausgeschildert. Wir sind ganz allein auf den Pfaden bis uns einige reguläre Spaziergänger mit Hunden begegnen. Alle sind nett und freundlich. Ich unterhalte mich mit den Hundebesitzern, die von Emmas Rucksack begeistert sind.

Wie ich auch noch an den nächsten sechs Tagen feststellen werde, verläuft der Eifelsteig zwar an kleinen Städten und Dörfern, aber er streift sie eher, als das er mitten durch geht. Deshalb ist es gut Proviant dabei zu haben. Am ersten Tag habe ich sowieso noch Brötchen, Äpfel, Nüsse und Gewürzkuchen dabei. Ein Mittagessen brauch ich nicht. Ich wandere in meinem eigenen Tempo durch das nieselige, neblige Gelände, das seine Mischung aus Wald, Feldern und Mooren darstellt. Während des ganzen Tages sehe ich so gut wie keine Leute und auch nicht das Blau des Himmels. Im Wald stellen die nassen Baumwurzeln und die glatten Steine mir eine Herausforderung und ich komme nur langsam voran. Obwohl es nur 14 km heute sind und der Schwierigkeitsgrad leicht sein soll, bin ich ganz schön geschafft. Ich komme um 1430 Uhr in Roetgen an.

In diesem Ort bekam ich trotz vieler Anfragen keine Pension oder Hotelunterkunft mit Hund, also übernachte ich heute in einem unbeheizten Tipi. Warum heute, wo es doch den ganzen Tag nur geregnet hat? Mir ist kalt, alles ist nass. Jetzt erst mal den Campingplatz finden. Ich frage mal bei einer Tankstelle nach, möchte es ohne Technologie schaffen. Doch nachdem ich Hin und Her geschickt werde, nehme ich schliesslich mein Smartphone raus und tippe die Adresse ein. Stellt sich raus, dass der Platz noch 3 km entfernt ist. Mit dem Auto, kein Problem, doch zu Fuß, nicht so toll. Also wandere ich mit Google Maps in der Hosentasche zu meinem Tipi.

Okay, Tipi hört sich besser an, als es eigentlich ist. Ein riesengroßes, kaltes Zelt, mit Kunstrasen auf Kieselsteinen. Ich hatte an mehr Ausstattung gedacht, Fehl am Platz. Hätte ich das gewusst, wäre ich besser vorbereitet angekommen. So muss ich die Nacht ohne Isomatte in einem Sommerschlafsack, aber mit Motorradunterwäsche  auf dem Kunstrasen übernachten. Es war saukalt. Duschen kostet 20 Cent pro Minute und ich habe lange, sehr lange warm geduscht. Da der Campingplatz so weit ausserhalb der Stadt gelegen hat, hatte ich keine Lust mehr sechs Kilometer zu laufen um Abendessen . Also gab es Süßigkeiten und Nüsse. Ich hätte so gerne einen warmen Kaffee oder Tee gehabt. Warum habe ich mir keinen bei der Tankstelle genommen?  Brrrh ist das kalt. Zum Glück bin ich hart im Nehmen. Es kann nur besser werden!

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