Hardcore PS: Das war mal ein Abend….

Eine besorgte Anwohnerin hat meine Kollegin während des Tages angerufen und gesagt, dass die Mutterkatze, die von einer rumänischen Familie (das machen auch Deutsche) unkastriert zurückgelassen wurde, seit Samstag ununterbrochen miaut und unruhig hin-und herrennt, aber sich nicht anfassen lässt.Ich bin nach der Arbeit hingefahren. Ursprünglich hatte die junge Mutterkatze drei Welpen, doch schon seit 2 Wochen hat man nur noch 2 gesichtet und zwar in einem verkehrsuntüchtigen, alten Kleinbus. Man sagte mir, dass die Welpen am 7. Juni geboren wurden und schon sehr gross seien. Daher stellte ich die Falle und die Mutter ging prompt rein. Dann transportierte ich die Falle über eine Leiter auf einen Dachboden, weil geglaubt wurde, dass die Mutter die 2 Kleinen auf einen alten Speicher umgesiedelt hat und deswegen die ganze Zeit miaut. Als ich oben war, die Falle fertig, hörte ich ununterbrochenes Miauen. Ich suchte den Dachboden ab (war staubig und mit Zeug vollgestellt). Irgendwie glaubte ich, dass im Gebälk sich ein Kätzchen versteckt hatte. Ich suchte und suchte, fand aber nichts. Aus Zufall schaute ich durch eine Bodenspalte in die Garage nach unten-wirklich purer Zufall-und da sah ich ein winziges Köpfchen in einer industriellen Absaugmaschine, einem meterhohen Trichter. Das kleine, das man tot geglaubt hatte, ist irgendwie da rein gefallen und wäre, auch mit Hilfe seiner Mama, da niemals mehr rausgekommen. Peterle-so habe ich den kleinen Kämpfer genannt, wiegt mal gerade 210 Gramm. Wie lange er in dem Trichter drin war, kann keiner sagen. Ob er überlebt, weiß ich nicht. Aber eins kann ich sagen. Die Wiedersehensfreude zwischen Mutter und Kind hat uns allen Tränen in die Augen getrieben. Es war so schön. Das sind die Momente, die alle Müh‘ wert sind.
Danach ging die Suche weiter. Wenn zwei Kitten oder mehr zusammen sind, miauen sie nicht, nur wenn sie alleine sind. Also habe ich den Kleinbus nochmals versucht. Rein-Bombenhitze! Jede kleine (schmutzige) Ecke auf Händen und Knien durchsucht und dann habe ich das erste fauchende Mädel gesichtet und gepackt und dann das zweite.
Die Sache ist: Ich weiß, dass die Frau sich nicht im Datum vertan hat, weil in ihrem Dorf und in ihrem Haus ein schlimmes Unwetter war. Sie kann sich daher noch genau an den Tag erinnern, als die Handwerker in ihrer Garage, die Kitten gefunden haben. Aber die Kitten wiegen höchstens 350 Gramm. Irgendetwas stimmt hier nicht. Die Mutterkatze muss noch heute zur Tierärztin. Sie frisst kein Futter, egal was ich ihr vorsetze, hat es auch nicht bei der Anwohnerin gemacht. Sie trinkt nur Milch. Ich vermute sie hat Stomatitis, eine entzündliche Zahnfleischentzündung, die schmerzhafte Wucherungen verursacht. Aber da die Mutterkatze nicht ganz zahm ist; sie kennt mich ja auch nicht, kann ich ihr nicht so einfach in den Mund schauen. Sie und die kleinen stehen vor vollem Napf und können nicht fressen. (Die kleinen nicht, weil sie noch nicht genug Gewicht haben, um sich auf feste Nahrung umzustellen.)
Hier müssen viele Daumen gedrückt werden. Diese Katzenfamilie hat einiges durchgemacht.

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