Kleiner Katzenratgeber #2: Wie viele Katzen? Der Einzelgänger-Mythos

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Gleich vorweg: Der Artikel geht vom Idealfall aus und soll als Denkanstoß dienen. Im Tierschutz ist es leider nicht immer möglich, die Pflegekatzen zu zweit oder zu anderen (vorhandenen) Katzen zu vermitteln. Daher werden unser Pflegekatzen auch einzeln vermittelt.

Viele Menschen sind der Meinung, Katzen seien Einzelgänger. In diesem kurzen Beitrag möchte ich kurz etwas zum Einzelgänger-Mythos sagen, denn auch ich dachte er sei wahr, bis ich mich im Internet und in Büchern schlau gemacht habe.

Einzelgänger werden Katzen nur durch eine nicht ausreichende Sozialisation (Thema unseres ersten Beitrags zum Kleinen Katzenratgeber *klick*), die durch den Menschen verursacht wird, weil die Katzenkinder in vielen Fällen zu früh von Mutter und Geschwistern getrennt und anschließend einzeln gehalten werden. Daher sollte sich jeder zukünftige Dosenöffner die Frage stellen:

Wie vielen Katzen gebe ich ein neues Zuhause?

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Natürlich gibt es Vor- und Nachteile eines Mehrkatzenhaushalts. Die Nachteile liegen zunächst klar auf der Hand: Zwei Katzen fressen doppelt so viel, machen doppelt so viel Dreck, verbrauchen mehr Katzenstreu und kosten mehr in Bezug auf die medizinische Versorgung.

Dennoch gibt es einige Dinge, die Sie sowieso anschaffen. Egal ob Sie eine oder zwei Katzen möchten, brauchen Sie: Einen Transportkorb, Kratz- und Klettermöglichkeiten, Kuschel- und Schlafplätze und Fenstergitter. Es gibt auch weitere Vorteile: Die Zuneigung, die Sie von den Katzen erhalten, verdoppelt sich mindestens, genauso wie der Spaßfaktor. Eine Katze kann genauso viel Unfug machen, wie zwei es möglicherweise tun und staubsaugen müssen Sie bei einer Katze genauso wie bei zweien.

Bei zwei Katzen ist es sogar eher so, dass sie Jagd- und Spielbedürfnisse miteinander ausleben, so ausgeglichener sind und weniger Schaden anrichten. Kein Mensch (und auch kein anderes Tier, wie zum Beispiel ein Hund) kann, egal wie viel Zeit er hat, die sozialen Bedürfnisse einer Katze abdecken, wie es eine Zweitkatze tut. Und wenn man ehrlich ist, weiß man, dass man einer Katze niemals so viel Zeit widmen kann, wie ein Katzenfreund es tun kann.

Der einfachste Weg ist daher, zwei Wurfgeschwister oder zwei Katzen, die zusammen aufgewachsen sind und sich gut verstehen, gemeinsam aufzunehmen. Die nachträgliche Zusammenführung zweier Katzen kann sich nämlich schwierig gestalten oder auch unmöglich sein.

Der Idealfall wäre es also, insbesondere bei reiner Wohnungshaltung und wenn es Kitten sein sollen, von Anfang an zwei Katzen aufzunehmen, die sich gut verstehen.

Möchten man trotz all dieser Argumente dennoch nur eine Katze aufnehmen, kann zum Beispiel ein nahegelegenes Tierheim besuchen. Dort sind viele Katzen und Kater, die durch fehlende Sozialisation zu Einzelgängern gemacht wurden und sich daher nicht mehr mit Artgenossen verstehen.

Mehr zu diesem Thema können Sie unter anderem in Büchern von Sabine Schroll nachlesen.

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